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    Sammeln1. März 202610 min

    First Pressing erkennen – So findest du Original-Erstpressungen

    Warum First Pressings so begehrt sind

    Eine Erstpressung (First Pressing) ist die erste Auflage einer Schallplatte – direkt vom Original-Masterband gepresst. Sammler weltweit jagen diese Exemplare, denn sie gelten als klanglich überlegen und sind oft um ein Vielfaches wertvoller als spätere Auflagen.

    Beispiele für Wertsteigerungen:

    • Beatles "White Album" (UK 1. Pressung, Mono): 5.000–15.000 €
    • Pink Floyd "Dark Side of the Moon" (UK 1. Pressung): 800–2.500 €
    • Kraftwerk "Autobahn" (DE 1. Pressung, Vertigo Swirl): 300–800 €

    Die Matrix-Nummer – Dein wichtigstes Werkzeug

    Die Matrix-Nummer (auch Run-Out-Nummer) ist in den inneren Auslaufrillen der Platte eingraviert. Sie verrät, wann und wo eine Platte gepresst wurde.

    Wo findest du sie?

    Halte die Platte schräg ins Licht und schau dir den glatten Bereich zwischen der letzten Rille und dem Label an. Dort findest du eingeritzte oder gestempelte Codes.

    Was bedeuten die Codes?

    Beispiel UK-Pressing (EMI/Parlophone): YEX 749-1

    • YEX 749 = Master-Nummer
    • -1 = Erste Lacquer (Erstpressung!)
    • -2, -3 etc. = Spätere Schnitte

    Beispiel Deutsche Pressung (TELDEC): 1C 064-04 313

    • 1C = Erste Katalog-Serie
    • Niedrigere Nummern = frühere Pressung

    Handschriftlich vs. maschinell

    • Handschriftlich eingraviert = Oft ein Zeichen für frühe Pressungen
    • Maschinell gestempelt = Meist spätere Auflagen

    Label-Varianten verstehen

    Plattenlabels haben ihre Designs im Laufe der Jahre verändert. Diese Änderungen sind ein zuverlässiger Indikator für die Pressing-Ära.

    Wichtige Label-Chronologien:

    EMI/Columbia (UK):

    1. Blue & Gold (1958–1962) – früheste Stereo-Pressungen
    2. Blue & Black (1962–1969) – Beatles-Ära
    3. Silver & Black (1969–1972)
    4. Green (ab 1972)

    Deutsche Grammophon:

    1. "Tulip" Label (bis 1960er) – sehr begehrt
    2. Großes Logo (1970er)
    3. Modernes Design (ab 1980er)

    Vertigo (UK/DE):

    1. "Swirl" Label (1969–1973) – extrem sammelwürdig!
    2. "Spaceship" Label (1973–1981)

    Physische Merkmale der Platte

    Vinyl-Gewicht

    • Erstpressungen der 1960er–70er: Oft 150–180g (schweres Vinyl)
    • Spätere Pressungen: Häufig nur 120–130g
    • Das allein ist kein Beweis, aber ein Indiz

    Rillenbreite und -tiefe

    Erstpressungen haben oft breitere, tiefere Rillen mit mehr Dynamik. Bei späteren Pressungen wird das Signal manchmal komprimiert.

    "Deep Groove"

    Bei vielen Labels der 1950er–60er hat die Erstpressung eine tiefe Rille um das Label herum (die sogenannte "Deep Groove"). Spätere Pressungen haben eine flachere oder keine Rille.

    Cover und Verpackung

    Auch die Hülle gibt Hinweise:

    • Laminiertes Cover = Oft frühe Pressung (teurer in der Herstellung)
    • Matt/unlamiert = Meist spätere Auflage
    • Klappcover bei Erstpressungen, die später als Einzelcover erschienen
    • Sticker, Aufkleber, Obi-Strips (Japan) = Können den Wert erheblich steigern

    Barcode-Check

    • Kein Barcode = Vor 1979 (potenziell Erstpressung)
    • Barcode vorhanden = Definitiv kein Pre-1979 Original

    Online-Ressourcen zum Recherchieren

    | Tool | Nutzen | |---|---| | Discogs | Größte Datenbank – Versionen vergleichen | | Deadwax.com | Matrix-Nummern recherchieren | | Record Collector Magazine | Preis-Guides | | Popsike | Verkaufte Auktionspreise |

    Die häufigsten Fallen

    1. "Original" auf dem Cover – Bedeutet nicht Erstpressung! Oft steht das auch auf Reissues
    2. Remaster ≠ Erstpressung – Ein "remastered" Sticker ist ein Warnsignal
    3. Ländervarianten – Eine UK-Erstpressung ist nicht dasselbe wie eine US-Erstpressung
    4. Bootlegs – Gefälschte Erstpressungen existieren, besonders bei teuren Titeln

    Unser Tipp für Einsteiger

    Spezialisiere dich auf ein Genre oder Label. Lerne die Matrix-Codes und Label-Varianten dieses einen Bereichs richtig kennen, bevor du dich breiter aufstellst. Bei Second Music & Fun helfen wir dir gerne, echte Erstpressungen zu identifizieren – bring deine Funde einfach vorbei!

    Fazit

    First Pressings zu erkennen ist eine Kunst, die man lernen kann. Die Kombination aus Matrix-Nummern, Label-Varianten und physischen Merkmalen gibt dir die nötigen Werkzeuge. Und denk dran: Nicht jede Erstpressung ist automatisch wertvoll – der Zustand zählt immer mit!

    Unsicher bei einer Platte? Komm vorbei in der Bodenseestraße 222 in München – wir checken das für dich!